Informationen zur Beschneidung beim Mann
Ursprünge der Beschneidung
Heute wird eine Beschneidung beim Mann nur noch aus kulturellen, ästhetischen oder medizinischen Gründen vorgenommen. Der eigentliche Ursprung von Beschneidungen ist aber ritueller Herkunft. Wo und zu welchem Zweck genau die erste Beschneidung durchgeführt wurde ist jedoch ungeklärt. Vermutlich haben patriarchale Stammesgesellschaften die Beschneidung beider Geschlechter eingeführt. Älteste Überlieferungen des Rituals deuten auf Volksgruppen, die in ariden, wüstenähnlichen Regionen lebten. Die Nomaden insbesondere Nord- und Ostafrikas sowie Australiens und deren Nachfolgereligionen sind auch heute noch die Träger der religiösen Beschneidung. Die älteste bekannte Darstellung einer Beschneidung ist ein ägyptisches Relief aus dem Jahr 2420 v. Chr. Für die alten Ägypter war die Schlange ein unsterbliches Tier, weil sie ihre Haut abwerfen und sich damit immer wieder erneuern konnte. Bei der Beschneidung eines Mannes wurde symbolisch die Häutung der Schlange imitiert und somit die menschliche Seele unsterblich. Nach Ansicht mancher Forscher ist das ein kulturhistorischer Aspekt, der noch heute wirkt. Folgt man der Bibel, so wurde die Beschneidung unter den Israeliten von ihrem mythischen Stammvater Abraham eingeführt, der meist auf etwa 1800–1600 v. Chr. datiert wird. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass erst unter Mose, also etwa 1400–1200 v. Chr. beziehungsweise erst während der babylonischen Gefangenschaft um etwa 600 v. Chr. die Juden diese Praktik übernahmen und ritualisierten. Dadurch wurde die Beschneidung von Neugeborenen (Brit Mila), die am achten Tag nach der Geburt stattzufinden hat, zur Pflicht.
Im Verlauf der Geschichte der Menschheit geriet der ursprüngliche Sinn der Beschneidung in Vergessenheit, und sie wurde nur noch als Zeichen der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Glauben angesehen.
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